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Kunstausstellung im Kirchgemeindehaus

Im Kirchgemeindehaus organisieren wir Ausstellungen mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region und bemühen uns so um einen befruchtenden Austausch zwischen Kunst und Kirche.

Ab 2. September: Die Elemente des Wunderbaren

Vom 2. September bis zum 14. November zeigen wir einen kurzen Einblick in das Leben und Schaffen des Zürcher Malers Willi Hartung (1915–1987).

Ausstellung

Donnerstag, 2. September bis Sonntag, 14. November 2021.
Öffnungszeiten: Mo. bis Sa., 8–18 Uhr, So. + Feiertage 9–12 Uhr.
Herbstferien: Von 11. bis 16. Oktober geschlossen.

Vernissage

Donnerstag, 2. September 2021, 19.30 Uhr
Einführende Worte: Bruno Landa und Gerhard Piniel
Musikalisches Highlight: Marimba Artist Manuel Leuenberger

Finissage

Sonntag, 14. November 2021, 15.00 Uhr
Rundgang durch die Ausstellung mit Gerhard Piniel
Kontakt: Gerhard Piniel, Tel. 052 213 23 84

Willi Hartung (1915–1987) war der Sohn des Zürcher Malers Wilhelm Hartung, dessen realistische Malerei er hinter sich liess. Entscheidend wurde die Begegnung mit der italienischen Malerei der Spätgotik (Duccio, Fra Angelico). Mit 35 Jahren entschloss er sich zu einer Kunst als Ausdruck der Ehrfurcht vor der Schöpfung, der Achtung des Menschen, der Liebe zu allem Bekannten und Unbekannten – gleich einem Seelenarzt, der die ganze Kraft dem Lebendigen widmet. Als Maler schloss er Zeitgeschichte und persönliche Probleme aus. Trotz einem Zug ins Phantastische begann er die Bilder im Freien, gerne in den Schweizer Bergen, und vollendete die Ernte im Atelier. Durch Reisen und Auslandaufenthalte suchte er die Berührung durch fremde Kulturen, zuletzt noch auf Südseeinseln, und mischte die Eindrücke zu einem unverwechselbaren Stil, der an die Naive Kunst erinnert, aber auch Blüten, Käfer, Vögel aus naturwissenschaftlichen Tafelwerken bis in feinste Details integriert.

Er war ein Malerpoet und freundlicher, charismatischer Einzelgänger. Von furchtloser Wesensart, trat er gegen den Zeitgeist an. Er schloss aus seiner Bildwelt Machtstreben, Gewalt und Leid aus. Wenigstens in seinen Bildern sollte der Friede Einzug halten. Das war kein Kopfentscheid, sondern eine Sache des Herzens. In ihm lebte eine franziskanische Liebe und der unbedingte Wille, eine Utopie zu gestalten. Seine Malerei gründet im positiven Denken und in einer blühenden Phantasie. Sie enthält ein seltenes Potential, die Menschen zu erfreuen. Der Entwurf einer «heilen Welt» trug gewiss zum späten, grossen Erfolg bei, wenn auch nicht auf den Bühnen der aktuellen Trends. Sein Werk war zur Zeit der Entstehung unzeitgemäss und ist es immer noch. Es ist von zeitloser Schönheit und Bedeutung – eine subversive Herausforderung übrigens, als Verführung zum Guten, ohne moralisierende Tendenz.

Gerhard Piniel

Kontakt

Thomas Hermann

Kirchenpfleger

Nächste Anlässe

Sonntag14November2021
15.00 UhrFinissage KiK Willi HartungRef. Kirchgemeindehaus, Foyer

Bildquelle: aus dem Nachlass von Willi Hartung